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Mit 100 Stundenkilometern rattert der Bus über den Asphalt. Links und rechts ziehen saftig grüne Berghänge vor tief eingeschnittenen Tälern vorbei, Sonnenblumen- und Zuckerrohrfelder, kleine Dörfer. Hinter uns poltert der Anhänger mit unserem Gepäck, aus den Lautsprechern dröhnt englischer Pop. Nach zwei Stunden erreichen wir die südafrikanische Grenze. Zusammen mit den anderen 18 Passagieren steigen wir aus, lassen unsere Pässe stempeln, gehen 20 Meter, bekommen im nächsten Häuschen einen weiteren Stempel und steigen wieder in den Bus. Jetzt sind wir in Swaziland, einer der letzten Monarchien in Afrika. In den 60er Jahren ist es dem Land gelungen, sich von der englischen Krone zu lösen und ist seit dem ein unabhängiges Land mit Grenzen zu Südafika und Mozambique. Es ist eine Schande, dass so viele Reisende das Land nur als Stoppover zwischen Johannesburg und der südafrikanischen Küste nutzen. Wir haben hier das Afrika gefunden, das viele suchen. Ein freundliches Afrika mit einer einmalig schöne Landschaft und scheinbar unbeschwert lebenden Menschen. In unserem Hostel schlafen wir in einem Rondavelt, einem lehmenen Rundbau mit Strohdach, in dem auch während der Mittagshitze ein angenehmes Klima herrscht. Vor dem Rondavelt grasen die Wildschweine, in der Ferne stoßen die Berge kleine weiße Wolken in den strahlend blauen Himmel, bis die Sonne hinter ihnen versinkt und Millionen Sternen das Feld räumt. Tagsüber wandern wir an Impalas, Zebras und Gnus vorbei oder beobachten staunend, wie Nilpferde sich aus dem Wasser kämpfen und zu ihrem Futterplatz stampfen. Abends essen wir Braai, die südafrikanische Barbecuevariante, trinken kühles Bier und tauschen Reisegeschichten mit den anderen Backpackern aus. Hauptsächlich geht es darum, wer in Afrika schon mehr Tiere gesehen hat. Oder darum, welche und wieviele Katzenarten man in Krüger gesehen hat. Und vorallem bedauern wir die armen Reisenden, die Swaziland nur als Nachtstopp benutzen und am nächsten Morgen wieder aufbrechen. Sie verpassen ein Stück Afrika, das sie an der Küste bestimmt nicht finden werden.
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