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Als stolze Besitzer eines Bula-Passes können wir 14 Tage lang beliebig oft von einer Yasawa Insel zur nächsten fahren. Das ist für mich alte Landratte zwar nicht unbedingt die Erfüllung eines Traumes, aber bis jetzt ist immerhin auch noch kein Albtraum daraus geworden. Das Octopus-Ressort auf Waya hat unter Rucksackreisenden einen sehr guten Ruf. Immer wenn wir erzählt haben, dass wir da noch hinwollen, hörten wir, dass es da sehr schön sei. Und jetzt sind wir hier und es ist sehr schön. In unserem 12-Bett-Zimmer hat jeder seinen eigenen Ventilator und seine eigene Nachttischlampe. Ich schlafe zum ersten Mal unter einen Moskitonetz. Ständig wird irgendwo geputzt und gefegt. Wir fühlen uns hier richtig wohl. Um das Gefühl noch zu verstärken, lässt Regina sich von einer Einheimischen massieren. Eine Stunde lang. Hinterher riecht sie wie eine implodierte Kokosnussplantage.
Um mal wieder ein wenig Bewegung zu haben, beschließen wir, an einer geführten Bergwanderung teilzunehmen. Unser Führer Tom ist in den 50ern, aber das hindert ihn nicht daran, ein Tempo vorzulegen, bei dem einem schwindelig wird. Am Fuß des Berges wird noch schnell eine Zigarette angezündet und dann läuft er los. Wir kämpfen uns auf einem schmalen Pfad durch dichten Busch, klettern zum Teil über nackten Fels. Nach 20 Minuten gibt der erste Wanderer auf und kehrt um. Der Rest schafft es mehr oder weniger bis ganz nach oben, wo wir Zeit für ein paar Fotos haben, bevor wir wieder hinunterstürmen. Der Weg ist so steil und die Erde zum Teil so staubtrocken, dass es über weite Strecken eine gewagte Rutschpartie ist, die viele auf dem Hosenboden hinter sich bringen. Als wir wieder unten sind, sehen wir aus wie die Schweine. Tom lädt uns in seinem Dorf zu einem Tee ein, aber eigentlich wollen wir nur noch ins Meer und uns abkühlen.
Wir lernen auf der Wanderung Debs und Ian kennen, ein Paar aus Neuseeland, das sehr erfreut ist, als wir erzählen, dass wir ihr Land nächsten Monat besuchen werden. Sie würden selbst zwar nie auf die Idee kommen, die Nordinsel mit dem Fahrrad zu umrunden, finden die Idee aber irgendwie witzig. Ian bietet an, uns und unsere Räder mit dem Auto aus Auckland herauszufahren, damit wir im Stadtverkehr nicht untergehen. Zusätzlich gibt er uns abends das Inserat eines Fahrradladens, das er in einer neuseeländischen Zeitung gefunden hat.
Ein weiterer Kiwi, den wir auf Waya treffen, ist Graham Blow, ein erfolgreicher Sport- und Landschaftsfotograf. Er zeigt uns auf seinem Laptop Fotos von der Südinsel und kann uns auf der Karte zu jedem Bild genau sagen, von wo aus er es aufgenommen hat. Mit seiner Hilfe stellen wir eine Reiseroute zusammen, die abseits der üblichen Touristenströme verläuft. Besonders gespannt sind wir auf die 'Herr der Ringe' Locations, von denen er einige benennen kann.
Als dritte Informationsquelle haben wir schließlich Nigel gewonnen, einen Engländer, der mehrere Monate durch Neuseeland gereist ist und uns eine Liste mit guten und schlechten Hostels gibt. Er bittet uns, einen Brief für Ellen mitzunehmen, die seiner Meinung nach in einem der Hostels zu finden ist. Wir werden uns bemühen, Ellen zu finden und sind ziemlich neugierig, was wohl in dem Brief stehen mag. Ob wir es schaffen, der Versuchung zu widerstehen, ihn zu lesen? Wir bemühen uns!
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