30.08.2004 - Abschied

Es gibt so Tage, da klappt einfach alles. Nachdem es nun über eine Woche mehr oder weniger ständig geregnet hat und wir bereits befürchten mussten, dass wir unser Zelt klitschnass in die Rucksacke packen und damit nach Fidschi fliegen würden, ist doch tatsächlich gestern Nachmittag die Sonne durchgebrochen. Auf einen schönen, warmen Tag folgte eine sternenklare Nacht, in der unser Zelt zum ersten Mal seit langer Zeit richtig durchtrocknete. So konnten wir es am nächsten Morgen problemlos verpacken und zur Fähre fahren, wo wir ohne längere Wartezeit unsere Tickets gekauft und ebenso zügig eingeschifft haben. Die Seefahrt zurück nach Vancouver war ruhig und sonnig. Wir saßen auf dem Außendeck, haben uns die Meerluft um die Nase wehen lassen und den Ausblick auf die vielen kleinen Inseln genossen.
An diesem Tag, an dem alles klappt, sind wir anschließend ins Zentrum von Vancouver weitergefahren, um erneut in dem Hostel einzuchecken, in dem wir schon bei unserem ersten Vancouver-Aufenthalt gewohnt hatten. Auch wenn es in einem ausgesprochen unschönen Stadtteil gelegen ist, so ist es doch sehr günstig und das kommt uns nach der teuren Fähre sehr gelegen. Wir fanden das Hostel ohne Schwierigkeiten wieder und bekamen doch tatsächlich erneut ein Doppelzimmer für uns allein, so dass wir uns genüsslich ausbreiten konnten, um die Dinge auszusortieren, die wir nicht auf die Fidschis mitnehmen, sondern nach Hause zurückschicken würden. Einen passenden Karton wollten wir auf dem Postamt kaufen. Aber kaufen mussten wir ihn nicht, denn der Postangestellte schenkte uns einen. Wieder zwei Dollar gespart.
So ist das eben an einem Tag, an dem alles klappt.

Im Hostel haben wir heute die Besitzerin kennen gelernt, eine Hamburgerin. Wir fragten sie, was man denn in Vancouver noch unbedingt erleben oder sehen müsste. Ihre Antwort war Schweigen. Nachdenken. Schließlich die Frage, ob wir schon auf Groose Mountain gewesen wären. Was für ein toller Tipp! Das kennt nun wirklich jeder Vancouver Tourist! Wenn uns jemand fragen würde, was man denn in Hamburg so unternehmen kann, dann würden wir ihn problemlos zwei Wochen in Atem halten können und er hätte immer noch nicht alle touristischen Highlights gesehen. (Ich hoffe, das dies jemand im Hamburger Rathaus ließt und gleich eine Straße nach uns benennt. Das ist wohl das Mindeste, was ich dafür verlangen kann.) Aber wir waren ja schon bei unserem ersten Besuch in Vancouver von der Stadt nicht sonderlich begeistert. Schön, dass das die Einwohner auch so sehen.

© Alle Texte und Bilder: Wolfgang Schürholt
Jede weitere Verwertung bedarf der Rücksprache
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