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Heute nervt mich irgendwie alles. Vielleicht liegt es an der Tablette gegen Reiseübelkeit, die ich heute morgen während der Fahrt hierher gekaut habe und die mich immer irgendwie betäubt. Vielleicht liegt es an der Schwüle, die sich unter dem bewölktem Himmel aufgestaut hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die letzten Nächte so schlecht geschlafen habe, oder an dem ständigen Wind, der uns um die Ohren weht. Oder vielleicht sitzt auch einfach nur ein Furz quer. Ich weiß es nicht. Dabei haben sich die Einheimischen so mächtig ins Zeug gelegt, als wir ihre Insel erreichten., Zur Begrüßung haben sie am Strand für uns gesungen, haben jeden einzelnen Neuankömmling die Hand geschüttelt. Es gab einen Becher Saft zur Begrüßung, doch auch der half nicht.
Unser Dorm entpuppt sich als 28-Bett-Zimmer, das fast vollständig belegt ist. Lauter Kiddis, die so furchtbar darauf bedacht sind, sich ins rechte Licht zu setzen, dass ich fast eine weitere Tablette gegen Übelkeit brauche. Beim abendlichen Volleyballspiel ziehen die Fidschi-Jungs ihre übliche Show ab und degradieren uns Touristen zu Statisten. Regina kehrt von einer Bootstour zurück, die zum Schnorcheln mit Mantas einlud. Dafür ist diese Insel berühmt. Die Schnorchler waren da. Mantas leider nicht. Vor dem Abendessen möchte ich gerne noch duschen. Ich habe ja mittlerweile gelernt, mich mit den kalten Duschen, die überall auf den Inseln vorherrschen, zu arrangieren. Ein Freund davon werde ich wohl nie werden. Doch hier hat man die Duschen ebenso wie die Toiletten in einem unbeleuchteten Verschlag untergebracht. Wenn um sechs die Sonne untergeht, wird es schnell dunkel. Jetzt ist es halb sieben, also taste ich nach dem Wasserhahn und hoffe nur, dass mir die Seife nicht aus der Hand glitscht.
Beim Abendessen haben wir das Pech, nur noch an einem Tisch Platz zu finden, an dem sich eine Gruppe trinkfreudiger Kiddis zusammengefunden hat. Doch zum Glück müssen wir hier nicht lange ausharren, denn die Portionen, die uns aufgetischt werden, sind so winzig, dass ich nach dem Essen gar nicht sicher bin, ob ich überhaupt schon gegessen habe. Wir ziehen uns zurück und legen uns in eine Hängematte, während die Angestellten des Ressorts für die anderen Gäste traditionelle Tänze vorführen. Zu Disco-Musik. Wenn das fidschianische Tradition ist, dann ist John Travolta wahrscheinlich Ehrenbürger auf Fidschi.
Wie schön währe es, in unserer Händematte, den endlosen Sternenhimmel zu betrachten. Doch dafür ist es viel zu bewölkt. Also gehen wir zurück in unser Dorm und warten darauf, dass die anderen 25 Schläfer zurückkommen, um uns mit einer abwechslungsreichen Geräuschkulisse zu versorgen. Wieder eine Nacht ohne Schlaf. Gut zu wissen, dass ich morgen noch genug am Strand schlafen kann. (Kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich glaube, ich wiederhole mich.)
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