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Nach dem Frühstück schultern wir unsere Rucksäcke und stapfen den Strand entlang zum nächsten Ressort. Nachdem wir mit dem Korovou, oder wie wir es nennen: Kosovo-Ressort, nicht recht warm wurden, sind wir gespannt, was uns jetzt erwartet. Schon nach ein paar Metern kommen uns die ersten Einheimischen entgegen, um uns die Rucksäcke abzunehmen. Wir kommen uns immer etwas komisch vor, wenn jemand anderes unsere Sachen schleppt, denn das hat so etwas Überhebliches. Aber es ist praktisch unmöglich, der Aufforderung, den Rucksack abzugeben, nicht nachzukommen. Wir erreichen das Ressort und werden wie immer mit einem freundlichen BULA begrüßt. Außer uns sind hier zur Zeit drei Japanerinnen zu Gast. Wir fragen uns, wie es möglich ist, dass in dem anderen Ressort die Horden toben und hier, gerade mal einen Steinschlag entfernt, nur fünf Gäste sind. Ein Rätsel, das zu entschlüsseln uns nicht gelingen will. Nur eines ist uns sofort klar: dass wir uns hier richtig wohlfühlen. Auch wenn die Gästezahl im Laufe des Tages auf 16 ansteigt, haben wir das Gefühl, das Ressort und damit die ganze Insel für uns allein zu haben. Manche finden es vielleicht langweilig, den ganzen Tag in einer Hängematte zu verpennen, aber für uns ist das irgendwie das Paradies. Allerdings stört der Wind, der ständig von der Meerseite aus weht. Ich ziehe mir eine Jacke über, um nicht zu frieren, und wenn der Wind mal nicht weht, muss ich Jacke und T-Shirt ausziehen, um nicht zu schwitzen. Was für ein Stress!
Wir haben noch über eine Woche auf Fidschi und versuchen, diese zu planen. Vielleicht werden wir noch auf eine der östlichen Inseln fliegen, aber vielleicht wird das auch zu teuer. Schließlich ist unser Budget begrenzt. In zwei Tagen läuft unser Bula-Pass ab, dann müssen wir definitiv auf die Hauptinsel zurück. Sollen wir dort bleiben? Es fällt uns unglaublich schwer, zu einer Entscheidung zu kommen. Überhaupt fällt uns das Denken schwer, denn unsere Gehirne scheinen sich dem Lebensrhythmus hier angepasst und auf Sparflamme geschaltet zu haben. Ich kann mich kaum aufraffen, mal ein paar Zeilen zu schreiben und Regina ist mit der täglichen Abrechnung weit im Rückstand. Zum Glück müssen wir heute noch nicht entscheiden, was wir in zwei Tagen machen wollen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.
Nach dem Abendessen werden alle Neuankömmlinge noch einmal namentlich begrüßt und willkommen geheißen. Die Bediensteten tanzen für uns den Bula-Tanz, den wir Gäste anschließend nachtanzen müssen. Für mich alten Tanzbären ein großes Vergnügen. Dann wird ein Abschiedslied für die Gäste gesungen, die morgen abreisen. Also auch für uns. Es ist ein unglaublich stimmungsvolles Lied. Ich verstehe zwar kein Wort des Textes, aber das ist auch gar nicht nötig. Obwohl wir nicht einmal 24 Stunden hier sind und niemanden wirklich kennen gelernt haben, habe ich das Gefühl, dass ein großer Abschied vor uns liegt. Es ist ein sehr emotionaler Moment, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Aber das liegt vielleicht auch an unseren trägen Gehirnen, die weiterhin auf Sparflamme laufen. Vielleicht wird es Zeit, sie mal wieder in Gang zu bringen. Vielleicht sollte ich darüber einmal nachdenken. Bestimmt sogar. Aber nicht mehr heute. Lieber morgen.
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