12.11.04 - Milford Sound

Es gibt sicherlich keine japanische Busreisegruppe, die Neuseeland verlässt, ohne Milford Sound gesehen zu haben. Den Vormittag über gehört die einzige Zufahrtstraße den Reisebussen, die die 120 km ab Te Anau routiniert zurücklegen. Ein lahmer Campervan wie der unsere stört da nur, aber zum Glück gibt es genügend Haltebuchten auch der Strecke.

Kaum in Milford Sound angekommen, eilen die Japaner auf eines der unzähligen Ausflugsschiffe, die Deutschen stapfen in Wanderstiefeln den 20-minütigen Rundweg ab und der Rest macht in den alle fünf Minuten startenden Propellermaschinen einen Rundflug. Wer an Land bleibt, genießt ein grandioses Panorama, aber auch nur genau eins. So gesehen ist Milford Sound recht langweilig. Viel schöner ist der Weg dorthin. Die Ausblicke, die wir während der An- und Abfahrt genießen, sind unzählig. Jeder Stopp bietet etwas Neues. Der Mirror Lake macht dank seiner spiegelglatten Wasseroberfläche seinem Namen alle Ehre. Der Chasm-Walk führt zu einer Stromschnelle, die bizarre Felsskulpturen geschaffen hat. Vor der stockfinsteren Homer Tunnel laufen wi im Schnee. Dutzende von Wasserfällen stürzen die waagerechten Felsen hinab. Immer wieder lädt ein Bach zu einer Pause ein. Es ist fast unmöglich, alle Eindrücke aufzunehmen.

Die Nacht verbringen wir 45 km von Milford Sound entfernt am Lake Gunn, wo uns unsere alten Freunde die Sandflies bereits erwarten. Den Camper direkt am See geparkt, genießen wir eine drei-Minten-Nudelsuppe und beobachten, wie es draußen langsam dunkel wird. So einfach kann das Leben sein.

© Alle Texte und Bilder: Wolfgang Schürholt
Jede weitere Verwertung bedarf der Rücksprache
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