07.07.2004 - Endlich campen

Unsere erste kanadische Nacht im Zelt liegt hinter uns. Knapp 3 km von den Niagara Fällen entfernt sind wir auf einem weitläufigen und schön angelegten Campingplatz untergekommen, der allerdings direkt neben dem Highway liegt, aber irgendetwas ist ja immer. In der Nacht hat es stark geregnet und furchtbar gewittert, so dass Regina zitternd und bibbernd in meinen starken Armen Schutz gesucht hat. Oder war das andersrum? Ich weiß das gar nicht mehr so genau.

Im Gegensatz zu den meisten europäischen Campingplätzen hat man hier als Camper viel, viel Platz und eine eigene Tisch - Bank - Kombination sowie eine eigene Feuerstelle. Was die anderen Camper tagsüber machen, wissen wir natürlich nicht, aber abends gibt es nur eine Beschäftigung: grillen! Sobald die Sonne ankündigt, dass sie vielleicht demnächst mal untergehen könnte, werden auch schon die ersten Holzfeuer entfacht. Schon bald riecht der ganze Campingplatz wie ein bereits zwei Wochen nachschwelendes Osterfeuer. Blaue Rauchschwaden ziehen durch die Bäume und lassen jedem Pyromanen das Herz aufgehen. Außerdem vertreiben sie die Mücken.
Natürlich können auch wir da nicht abseits stehen. Weil wir aber nicht ein halbes Jahr lang Grillutensilien mitschleppen wollen, hat Regina die Restbestände an Instant-Grills aufgekauft - was zwar leider nur noch drei Stück ausmachte, aber immerhin.
War das schön! Selbst gegrillte Würstchen und Schaschlik und hinterher Marschmellows. Noch schöner wäre es wahrscheinlich gewesen, wenn wir nicht vergessen hätten, Besteck einzupacken. So mussten wir eben mit Plastikmesser und -gabel auskommen, aber das kann einen echten Camper natürlich nicht erschüttern.

© Alle Texte und Bilder: Wolfgang Schürholt
Jede weitere Verwertung bedarf der Rücksprache
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