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Wir sind wieder unterwegs, aber nicht mit Fahrrädern oder im Campervan, sondern in einem ganz ordinären Auto. Aus Sydney herauszukommen war die Hölle. Überall Einbahnstraßen und Baustellen, die Autos Stoßstange an Stoßstange auf vierspurigen Ausfallstraßen. Wenn wir rechts abbiegen müssen, sind wir natürlich gerade auf der linken Spur, versuchen wir es dann an der nächsten Kreuzung, dürfen wir es nicht. Plötzlich fahren wir Richtung Norden, obwohl wir nach Süden wollen, dann sind wir wieder bei unserem Autovermieter und versuchen es erneut. Weil Regina mittlerweile so schön an den Linksverkehr gewöhnt ist, fährt sie wieder, während ich über diesen blöden Touristenbroschüren hänge und versuche, uns aus der Stadt zu lotsen. Irgendwann schaffen wir es tatsächlich, aus Sydney herauszukommen und können beginnen, die Fahrt zu genießen. Jervis Bay ist unser erster längerer Stopp. Hier bauen wir für zwei Nächte unser Zelt auf und entspannen an den vielen weitläufigen Stränden mit dem feinen Sand, der so schön unter den Füßen quietscht. Wenn wir mit Einbruch der Dunkelheit in unser Zelt zurückkehren, beginnen die Grillen zu zirpen - in einer Lautstärke, die geradezu beängstigend ist. Ich weiß ja, wie groß die Grillen bei uns zu Hause sind und was für eine Lautstärke sie erzeugen. Wenn ich die Größe auf den Lärm hochrechne, den die Biester hier machen, dann müssen die etwa so groß wie Hausschweine sein. Lieber nicht drüber nachdenken! An unseren letzten Abenden in Neuseeland habe ich in einem Australien-Führer geblättert und interessante Artikel über meine 'Lieblings-Bugs', die Spinnen, gelesen. Hier gibt es ein paar wirklich garstige Gesellen, deren Biss sogar tötlich ist. Es ist eine Broschüre erhältlich, die bei der Bestimmung der jeweiligen Art helfen soll, aber, so steht es in dem Führer, wenn man so dicht an die Spinne heran gekommen ist, um sie bestimmen zu können, ist man definitiv zu dicht. Es ist schon ein interessantes Gefühl, nachts auf Toilette zu müssen, sich aus dem Schlafsack zu schälen, das Zelt zu öffnen und hinaus ins Freie zu krabbeln. Wunderbar! Dabei müssen wir gar nicht so lange aushalten, denn morgens ab fünf Uhr wecken uns die Krähen mit ihrem Geschrei. Nicht mit ihrem Gesang, sondern ihrem Geschrei, der nach einer flüchtenden Affenhorde klingt. Bis dann die Sonne auf dem Zelt steht und es darin zu warm wird, versuchen wir noch, liegen zu bleiben, aber um acht Uhr ist meistens Schluß. Früh aufzustehen, hat aber auch etwas Gutes, denn dadurch kommen wir in den Genuß, Delphine bei ihrem Spiel in der Brandung zu beobachten. Was für ein Anblick!
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