 |
Wir haben Weihnachten ja schon auf verschiedenste Arten gefeiert, aber so noch nicht: 24. Dezember - Heiligabend Wir sind fast 300 km südlich von Sydney und haben uns in den Kopf gesetzt, auch noch das Gebiet nördlich von Sydney zu erkunden. Nachdem wir eingekauft und noch ein paar Mails verschickt haben brechen um 9.30 Uhr auf. Wir befinden uns mittlerweile in der absoluten Hochsaison, haben aber das Glück, dass die meisten Australier ihre Weihnachtsgeschenke noch zu Hause auspacken wollen und deshalb erst morgen in die Ferien aufbrechen werden. Trotzdem versuchen wir Sydney möglichst weiträumig zu umfahren - nicht weiträumig genug, wie sich herausstellt. Wir geraten in dichten, zähfließenden Verkehr, kommen nur langsam vorwärts. Zusätzlich beginnt es zu regnen, dann zu stürmen, dann zu gießen. Wir müssen noch langsamer fahren, bis wir die Regenfront hinter uns lassen. Nach acht Stunden Fahrt haben wir schließlich 500 km zurückgelegt und bauen unser Zelt in Hawks Nest auf, das wir zwei Dinge bekannt ist: seine Dünen und eine Kolonie freilebender Koalas. Wir genehmigen uns ein ausgiebiges Weihnachtsessen mit einer Flasche Shiraz im einzigen Restaurant des Ortes, während die Regenfront langsam näher zieht und sich schließlich auch hier in einem stürmischen Gewitter entlädt.
25. Dezember - 1. Weihnachtstag Ein regnerischer Tag bei 24 Grad. Wir halten nach Koalas Ausschau, können aber leider keine entdecken. Dann suchen wir eben die Dünen - die sind leichter zu finden. Auf der einen Seite der Straße dichter Eukalyptuswald, auf der anderen kilometerweite Dünenlandschaften, dahinter das Meer. Wir wandern steile Sandhügel hinauf und hinab bis wir müde werden. Ein Kaffee wäre jetzt schön, aber die zwei Cafes im Ort haben heute leider geschlossen. Auf dem Campingplatz kommen die ersten Sydneyaner an und breiten sich aus. Ihre Zelte sind so groß, dass wir unseres spielend hineinstellen und zusätzlich noch unser Auto darin parken könnten. Kühlschränke werden angeschlossen, Lichterketten aufgehängt. Wir grillen ein paar Würstchen auf dem elektrischen Campingplatz-BBQ, trinken ein paar Bier, gehen noch ein wenig am Strand spazieren bis uns zu kalt wird und krabbeln dann wieder in unser Zelt.
26. Dezember - 2. Weihnachtstag 'Fahrt vorsichtig', warnt uns der Campingplatzbesitze, 'auf den Straßen herrscht bereits die Hölle.' Zum Glück wollen wir nicht weiter die Küste hinauf, sondern ins Landesinnere, ins berühmte Hunter Valley. Hier werden die hervorragenden Shiraz-Weine produziert, die wir so lieben. Schon die Fahrt an den ersten Weinstöcken entlang lässt unsere alten Trinkerherzen höher schlagen - oder ist es die Leber. Die Besichtigung der Weingüter sparen für uns für morgen auf. Heute gehen wir in den Botanischen Garten, in dem wir zum ersten Mal Pfirsiche vom Baum pflücken und essen - was für ein Genuß. (Mehr zum Hunter Valley in den Highlights.) Weil heute alle Geschäfte geschlossen haben und wir nicht auf Vorrat einkaufen wollten/konnten, gehen wir abends wieder essen. Dabei erlebe ich eine weitere Premiere: mein erstes Gingenbier, das hoffentlich auch gleichzeitig mein letztes war. Aber das kommt halt davon, wenn man in einer Weinregion Bier trinkt.
|