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Gestern Abend haben uns unsere Zeltnachbarn zu sich an ihr Lagerfeuer eingeladen. Weil wir selbst zu geizig sind, um Brennholz zu kaufen, weil es langsam dunkel wurde und damit die Mückenzeit begann, weil es auch ziemlich kühl wurde und weil wir gerade nichts Besseres zu tun hatten, nahmen wir die Einladung gerne an. Spencer und Nicole sind Kanadier und wohnen im Südzipfel Kanadas in der Nähe von Detroit. Spencer arbeitet für BASF, deren Stammsitz ja in Deutschland ist, so dass sie es doch ganz interessant fanden, einmal waschechte Deutsche kennen zu lernen. Als Nicole ihrem dreijährigen Sohn erzählte, dass Wulfgäng und Ridscheina in einem großen Flugzeug ganz über den Ozean nach Kanada gekommen sind, da sah uns der Kleine mit großen Augen an. Doch viel Zeit zum Staunen blieb ihm nicht, denn nun hieß es für ihn, ins Bett zu gehen. Also marschierte er in seinem Spiderman - Pyjama zu Papa, um ihm einen Gute-Nacht-Kuss zu geben, und als Mama sagte, er solle auch uns eine gute Nacht wünschen, bekam erst Regina und dann auch ich noch einen Kuss auf die Wange gedrückt. Mein erster Kuss von einem Kanadier, und auch Regina beteuert, dass es ihr erster war. Nun gut - sind wir beide um eine Erfahrung reicher. Im Laufe der Nacht entpuppte sich Spencer als brillanter Geschichtenerzähler. Wir erfuhren unter anderem viel über Bären und Amerikaner, wobei er den einen viel Respekt, den anderen eher Verachtung entgegenbrachte. Wahrscheinlich verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Bären in seinen Erzählungen doch recht gut davon kamen.
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