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Singapur ist ein Paradies, wenn es ums Essen geht, denn hier findet man drei der weltbesten Küchen: die chinesische, die thailändische und die indische. Am liebsten würde ich hier mindestens einen Monat bleiben und nur fressen, von morgens früh bis abends spät. Da man es kaum schafft, für eine Mahlzeit mehr als drei Euro auszugeben, wäre das sogar eine finanziell sehr günstige Zeit. Wie ich hinterher aussehen würde, steht auf einem anderen Blatt. Statt einem Monat sind wir 'nur' zehn Tage hier, aber auch das reicht schon, um sich einen kleinen Schwimmring anzulegen. Um dem ein wenig entgegen zu wirken, versuchen wir, zwischen den Mahlzeiten ein wenig Sightseeing zu betreiben, was bei durchschnittlich 35 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit nicht immer ganz einfach ist. Schon gar nicht mit vollem Magen. Am liebsten essen wir in 'Foodcourts', wo eine Küche neben der anderen steht, alle mit unterschiedlichem Angebot, aber alle supergünstig und superlecker. Da unser Chinesisch ein wenig dürftig ist, sind wir bei manchen Küchen auf die Bilder angewiesen, auf denen die Gerichte abgebildet sind. Steht dann noch irgendwo das Wort 'chicken', liegen wir meistens richtig. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass auch bei einem Hühnercurry ein paar kleine Fischchen mit auf den Teller kommen, schließlich ist Huhn allein ja langweilig; für Chinesen zumindest. Doch selbst Regina bekommt diese kleinen Biester nicht runter. Vielleicht weil sie uns so unschuldig vom Tellerrand aus anglotzen - die Fische, nicht die Chinesen. Bei manchen Dingen haben wir keine Ahnung, worum es sich handelt, und wenn sich irgendetwas Eigenartiges auf unsere Teller verirrt, dann versuchen wir es zwar vorsichtig, aber lassen dann doch lieber davon ab. Das gilt zum Beispiel für diese weißen, flummiartigen Bällchen, die aussehen wie Augäpfel. Oder diese zähen, dünnen Stückchen Fleisch, die an gedünstete Zunge erinnern. Und was in den Suppen ist, die es zu den meisten Gerichten gibt, wollen wir gar nicht wissen. Es reicht, dass sie gut schmecken. Was zwischendurch immer mal geht, ist natürlich frisch gepresster Saft. Für etwa einen Euro gönnen wir uns einen Papayamilchshake, eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss, frisch gepressten Zuckerrohrsaft oder einfach einen Multifruchtpunsch. Das paßt auch alles hervorragend zu den köstlichen Süßigkeiten, die in Chinatown an jeder Straßenecke angeboten werden. Ich könnte stundenlang vor den einzelnen Ständen stehen und mir meine Bonbontüten zusammenstellen. Für durchschnittlich 40 Eurocent pro hundert Gramm kann man auch ruhig mal eine Handvoll mehr nehmen. Mehr nehmen wir auch gern von den vielen Bäckereien, die so wunderbare, gefüllte Brötchen backen. Mit Schokolade, Rosinen oder Mandeln zum Frühstück, mit Würstchen, Käse und Schinken für Zwischendurch, nachmittags vielleicht ein frisches Stück Bienenstich. Mir läuft schon wieder das Wasser im Munde zusammen und gleichzeitig gehen mir gerade die Süßigkeiten aus. Da muss ich wohl aufhören zu schreiben, damit wir wieder los können. In Chinatown erst mal einen Gemüsefritter in die Hand und dann sehen wir weiter...
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