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Die Beschreibung des Hostels klang sehr gut. Neu, klein, privat, in einem ruhigen und sicheren Vorort von Durban. Genau das richtige. Als wir dann aber schon seit 1,5 Stunden auf den hosteleigenen Shuttlebus warteten, kamen uns doch Zweifel. Der Bus, mit dem wir in die Stadt gekommen waren, hatte uns in einem City-Hostel rausgeschmissen. Weiter führe er nicht. Also warteten wir. Lustiger Weise stießen wir hier auf Tobias, einen Schweizer, mit dem wir bereits den Krüger Park und Swaziland bereist hatten. So klein ist eben Afrika. Nach 2 Stunden kam doch noch unser Shuttle. Gefahren von Sohnemann und dessen Frau. 'Papa hatte das Auto, und der hat erst so spät Feierabend gemacht.' Nun gut. Wir fuhren los. Und von da an wurde alles besser.
Das Hostel entpuppt sich als drei Gartenhäuschen, die um einen Pool herum in den hinteren Garten gebaut sind. Wunderbar eingerichtet, mit Klimaanlage, einem Wohnzimmer mit Kitchenette im Nebenhaus, auf einer freien Loggia mit Blick zum Ozean ein Billardtisch. Und wir sind die einzigen Gäste. Was will man mehr. Kelly, der Vater, kommt dann auch gleich, um uns freudig zu begrüßen und mit uns anzustoßen. Kelly ist 55 und alter Surfer. Seine Frau hat ihn, wie er selbst erzählt, einst am Strand gefunden. Heute leitet er eine Firma, die mit Zement handelt. Aber an manchen Tagen fährt er früh morgens um 5 Uhr noch immer raus und surft ein paar Wellen, bevor er zur Arbeit geht. Kelly ist echt OK. Am ersten Abend bestellt er Pizza für uns, die wir noch selbst bezahlen. Am zweiten bringt er uns Spaghetti zum Abendessen, die seine Frau gekocht hat. Am dritten Abend lädt er uns zum Grillen ein. John und Ria, sein Schwager und die Schwägerin, sind zu Besuch. Wir setzen uns zu ihnen und jeder erzählt. Die Südafrikaner schwärmen von ihrem Haus am Meer und dem herrlichen Wetter, wir halten dagegen, dass wir in Hamburg auch nachts unbesorgt durch die Innenstadt gehen können. Damit steht es unentschieden. Nach der dritten oder vierten Flasche Wein verabschieden wir uns, während Schwager und Schwägerin ihr Auto suchen. Allerdings hat Ria uns vorher noch erzählt, dass sie Masseurin ist und als ich dann so nebenbei erwähne, dass Regina es ja mit der Schulter hat, bot sie spontan an, Regina am nächsten Morgen kostenlos zu massieren - eine Stunde lang. Tatsächlich steht am nächsten Morgen John vor unserer Veranda, um sie abzuholen. 'Wie geht's denn?', frage ich. Er lacht. 'Bestens. Tolle Party gestern.' Schnappt sich Regina und ist auch schon wieder fort. Als sie zurückkommt, strahlt Regina übers ganze Gesicht. So schön kann also Afrika sein. Am Abend müssen wir leider aufbrechen. Wir verabschieden uns von allen, außer von Kelly. Der ist nicht da. 'Wo ist Kelly', fragen wir. 'Der liegt im Bett und kotzt', erklärt seine Frau lachend. Haben wir also unseren Herbergsvater unter den Tisch gesoffen. Tja - können eben nichts ab, diese Südafrikaner.
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