11.07.2004 - Zum Huron See

Heute haben wir unsere Ausrüstung vervollständigt, indem wir uns einen kleinen Grill gekauft haben. Wir waren es einfach leid, immer die Restbestände an Instant-Grills aufzukaufen und außerdem ist so ein Grill auf Dauer viel preiswerter. So lange wir ein Auto haben, wird der Transport kein Problem sein. Was danach kommt, werden wir sehen.
So ein Auto ist überhaupt ein praktische Sache. Allmählich bekommen wir schon ernsthafte Probleme, unser Zelt noch im Kofferraum unterzubringen, weil dieser bereits mit Wasserflaschen, Safttüten, Dosen mit alkoholfreiem Bier, den letzten Instant-Grills, dem neuen Grill, einem Sack Kohle, Bananen, Tomaten und einer Melone gefüllt ist.

Wir sind mittlerweile an der Küste des Huron Sees angekommen. Bayfield und Goderich sind zwei niedliche, verschlafene Städtchen, die wir heute erkundet haben. Beide haben einen eigenen Strand, schöne historische Stadtkerne (wenn man bei der relativ kurzen Vergangenheit überhaupt schon von Historie sprechen kann) und herrliche Holzhäuschen mit gepflegten Vorgärten und großzügigen, offenen Veranden. Das Ganze hat etwas von Südstaatenromantik. Hier könnten wir es auch aushalten. Im Schaufenster eines Immobilienbüros waren sehr schöne Häuser angeschlagen, die mit rund 200.000 Euro sogar recht günstig wirkten. Aber wir wollen trotzdem erst mal unsere Reise zuende bringen.

Wie schon in Toronto haben wir auch hier wieder das Gefühl, am Meer zu sein, wenn wir auf den Huron hinausblicken. Es hat irgendwie etwas Irreales, zu sehen, wie dieses ruhige, wellenlose Gewässer am Horizont mit dem Himmel verschwimmt und zu wissen, dass es nur ein See ist. Ich bleibe einfach dabei: wir sind auch hier am Meer. Dem Huron-Meer.

© Alle Texte und Bilder: Wolfgang Schürholt
Jede weitere Verwertung bedarf der Rücksprache
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